Haus im Friesenstil
Haus im Friesenstil
 

Nicht nur eine Insel

Das Dorf Keitum wurde im Jahre 1216 erstmals urkundlich erwähnt. Im 17. Und 18. Jahrhundert siedelten sich etliche kapitalkräftige Kapitäne in Keitum an, wodurch das Dorf zu einem gewissen Wohlstand gelangte, im Gegensatz zu den ansonsten armen Orten der Insel. Keitum, wird gerne Kapitänsdorf genannt.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Keitum der Hauptort der Insel.

Die Weiten der Wiesen und der Blick über das Wattenmeer machen diesen Ort von Sylt zu einer besonderen Erholungsquelle.

Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die Schreibweise von Keitum mehrfach.

Ca. 1550 Keythum / Syldt

Ca. 1650 Kaytum / Sylt und auch Silt

Ca. 1700 Kajtum, / Silt / Sild

danach etablierte sich Keitum.

In friesischer Sprache heißt Keitum / Sylt heute Kairem / Söl

Am nördlichen Ortsende von Keitum, auf der höchsten Erhebung des Geestkerns, steht die „St. Severin Kirche". Sie wurde nach Severin, einem Kölner Bischof der im 4 Jahrhundert nach Christi lebte, benannt. 1240 ist die Kirche erstmals urkundlich erwähnt worden. Die St. Severin - Kirche ist der älteste Sakralbau Schleswig – Holsteins. Der Kirchturm, so wie er heute ist, wurde um das Jahr 1450 erbaut. Das Taufbecken ist das älteste Stück der „St. Severin Kirche". Es ist im 12./13. Jahrhundert entstanden. Der Altar ist ein dreiteiliger Schnitzaltar aus der Zeit um 1480.

Der in Heinebach / Melsungen geborene Maler Franz Korwan, er lebte von 1865 bis 1942, hat die schöne Deckenbemalung gefertigt.

Die Kronleuchter aus Messing wurden in den Niederlanden hergestellt. In den Jahren 1683 und 1700 wurden sie der „St. Severin Kirche" von Kapitänen gestiftet.

Die Renaissance Kanzel aus dem Jahr 1580 stammt ursprünglich aus Mögeltondern in Dänemark.

1699 wurde sie der „St. Severin Kirche" von einem dänischen Pastoren Ehepaar namens Gruppius geschenkt.

Der Turm der St. Severin Kirche diente bis zum Bau des Leuchtturmes in Kampen den Seeleuten als Land – und Seezeichen. Dieser Turm und die Kirchen Glocken im Turm wurden von zwei alten Jungfrauen, Ing und Dung, finanziert. Die Glocken bekamen ihre Namen. Diese zwei gutherzigen Damen prophezeiten, dass der schönste Jüngling und die schönste Jungfrau von den Glocken getötet werden würden. Die Hälfte der Weissagung hat sich erfüllt. Ein junger Mann wurde beim Läuten der Glocken von einer herabstürzenden Glocke erschlagen. Seitdem schaute jede Frau, egal wie alt sie war, oder wie sie aussah, im Eingang der Kirche, der sich im Turm befindet, ängstlich zu den Glocken hinauf.

Nachdem der junge Mann zu Tode gekommen war, mochte niemand mehr durch den Turm in die Kirche gehen, aus diesem Grunde wurde eine Zwischendecke gezogen und das Erdgeschoss des Kirchturms für viele Jahre als Gefängnis genutzt. Die Besucher der Gottesdienste gelangten von diesem Zeitpunkt an von der Südseite aus in das Kirchenschiff. Nach vielen Jahren wurde der Turm wieder als Eingang zur Kirche genutzt und das ist bis heute so.

Auf dem Friedhof der „St. Severin Kirche" befinden sich riesige Grab Platten aus der „goldenen Zeit" dem Walfang und der Ostindien Fahrt. ( Der Sklaven Handel wird nicht erwähnt. )

Diese Grabplatten werden „sprechende Steine" genannt, weil auf Ihnen Reichtum, Erfolg und ähnliches eingemeißelt wurde. Sehr viele dieser Platten sind restauriert und gut sichtbar aufgestellt worden.

In Keitum und auf der gesamten Insel Sylt finden sich zahlreiche Hünengräber und Grabhügel aus der Bronze Zeit. Die bekanntesten Hünen Gräber am Keitumer Kliff sind wohl der Tipkenhoog und der Harhoog.

Keitum ist auf jeden Fall sehenswert und Sie können regelrecht auf Schatzsuche gehen.

Die Insel Sylt ist sozusagen Schleswig Holstein im Westentaschen Format. Auf ungefähr 95 Quadrat Kilometern befinden sich kilometerlange Sandstrände, Dünen, Steilküsten, Kliffs, Wattwiesen, Deiche, Heidelandschaften usw. Gut verteilt die Dörfer und mitten drin die

Metropole Westerland mit vielen open End Veranstaltungen.

 

Das alte dänische Königsreich hatte seit „Gorm den Gamle" um 800 nach Christi seine Südgrenze an der Eider. Von der Königsau bis zur Eider entstand später das Herzogtum Schleswig. Das Herzogtum Holstein kam ebenfalls als deutschspachiges Gebiet unter dänische Herrschaft.

Seit 1864, nach der „Befreiung" durch Preußen und Österreich, kam auch Sylt in den deutschspachigen Bereich.

Seit dieser Zeit hat Sölring ( Sylter Friesisch ) immer mehr an Bedeutung verloren. Nur noch etwa 2000 Sylter können verstehen und ca. 500 können noch Sölring fehlerfrei sprechen. Auf der Insel Sylt wird deutsch, friesisch ( Sölring ) plattdeutsch und dänisch gesprochen.

Es gibt auch ein Sylter National Lied:

Üüs Söl`ring Lön, dü best üüs helig;

Dü blefst üüs ain, dü best üüs Lek! …………….usw.

Sylt hat eine eigene Fahne. Diese hat die vertikal angebrachten Farben Güül, ruar, blo.

Auf Deutsch; Gelb, rot, blau. Das auf der Fahne angebrachte Wappen zeigt in der rechten Hälfte einen halben Adler, links oben einen Topf, links unten eine Krone. Der Adler bedeutet Preußen, der Topf ein Freiheitssymbol. ( lewer duad as Slaav) was bedeutet: lieber tot als Sklave.

Auf der Fahne befinden sich die Worte;

Rüm Hart, Klaar Kimming. Bedeutung der Worte: geräumiges/weites Herz, klarer Horizont

 

Auf Sylt, der mit 99,14 Quadratkilometern viertgrößten Insel Deutschlands und der größten Insel in der Nordsee, gibt es mittlerweile 6 eingetragene Ringreiter - Vereine mit insgesamt 150 Mitgliedern.

Die Geschichte des Ringreitens ist schon sehr alt und ist auf die früheren Wagenrennen zurückzuführen. ( Wie in dem Film Ben Hur zu sehen war.) Für Wagenrennen braucht man einen festen Untergrund. Da der nicht überall gegeben war und ist, wurden später Reiter – Turniere mit Lanzen ausgetragen. Wegen der sehr mangelhaften Straßen im Mittelalter, war man zu Pferde auf der sicheren Seite. Im 18. Jahrhundert wurden in Holland sehr gute, gepflasterte Straßen gebaut. Seit dieser Zeit wurden dort wieder Turniere mit Pferd und Wagen ausgefochten, allerdings unblutige Turniere. Der Mann lenkte das Gespann und die Frau sollte von dem Wagen aus mit einer Lanze einen an der Querstange eines Pfahles befestigten Ring aufstechen, so dass dieser auf der Lanze verblieb. Diese Sportart existiert in einigen Regionen Hollands immer noch. Eine Unterart dieses Wettkampfes gelangte durch holländische Mühlenarbeiter und Deich – Facharbeiter nach

Schleswig -Holstein, das „Ringreiten"! Im 19. Jahrhundert wurden die Regeln landesweit einheitlich. Der Reiter musste im Galopp mit seiner Lanze einen Ring stechen, der etwas höher als Pferd und Reiter an einem Seil befestigt war. Erst seit etwa 1980 haben auch weibliche Reiter, die Amazonen, angefangen diesen Sport auszuüben.

Die ursprüngliche Verbindung zwischen dem Festland und der Insel Sylt war von Nösse in Morsum auf Sylt nach Hoyer in Dänemark. Wegen Ebbe und Flut, Untiefen und starker Strömung, war die Überfahrt in den flachen, kleinen Booten unberechenbar. Deshalb entschloss man sich im 19. Jahrhundert in Keitum einen Hafen zu bauen, der aber immer wieder versandete. Zwischen Braderup und Keitum endete das Pandertief. Dort entstand dann ein tidenunabhängiger Hafen. Eine Kleinbahn hat Westerland und Keitum mir der Fähre verbunden. Die Gebäude des Keitumer Packhauses, der Klein - Bahnhof und das Fährhotel in Munkmarsch existieren immer noch.

Der Hindenburg – Damm ist ein wirklich imposantes „Bauwerk". Er verbindet die Insel Sylt mit dem Festland von Schleswig - Holstein. Nach 4 Jahren Bauzeit wurde er am 1. Juni 1927 von dem damaligen deutschen Reichskanzler Paul von Hindenburg eröffnet, der auch als 1 offizieller Besucher vom Festlandsbahnhof Klanxbüll nach Westerland befördert wurde. Zuerst fuhren ausschließlich Personenzüge. Ab 1932 wurden dann auch Auto´s auf Zügen nach Sylt befördert. Erst seit 1950 dürfen Insassen während der Überfahrt in Ihren Auto´s sitzen bleiben und die Auto´s werden nicht

mehr mit Gurten festgezurrt. 1961 nahm man dann die neuen, doppelstöckigen Autotransportwagen in Betrieb.

Erst war die Bahnstrecke eingleisig, seit 1972 ist sie zweigleisig. Seit einigen Jahren verkehren die Züge als Sylt – Shuttle.

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